Stimmen zum Werk Hermann Stenners   Seite Seite 1 Texte Seite 3

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Hermann Stenner war eine Naturbegabung ... Mit intuitiver Sicherheit erspähte sein Malergeist und sein Malerauge im Gegenständlichen seine Bedeutung als Form und Farbe. Sie bestimmte, was an einem Gegenständlichen unverändert aufzunehmen, was abzuwandeln, was in der Wirkung zu steigern, und was, weil nur stofflich betrachtet von Belang, als künstlerisch überflüssig wegzulassen war. Über den Aufbau einer Komposition entschied bei Stenner keine gedankliche Überlegung, kein theoretisches Grundprinzip. Er überließ sich getrost dem angeborenen Gefühl, das auch den Sinn für Ordnung in sich barg, einem Gefühl, das freilich durch die Schulung von Hoelzel wie durch den Umgang mit Baumeister und Schlemmer Steigerung und Verfeinerung erfuhr.
Die Natur gab Stenner als wertvolles Geschenk die Leichtigkeit der Hand, die frühe Beherrschung des Handwerklichen mit auf den Weg. Sie verlieh seinen Malereien und Zeichnungen die Frische des Unmittelbaren, den Eindruck des freudigmühelos Geschaffenen, wozu sein Temperament und seine Lust am Dasein in lebenssprühendem, an Gegensätzen reichem Farbenspiel das Ihre beitrug.
PROF. DR. HANS HILDEBRANDT, Katalog, Städtisches Kunsthaus Bielefeld,1956

Hermann Stenner ist heute ein verschollener Wert. Er muss der Kunstwelt zurückgegeben werden. Das malerische Werk, das der 23-jährige 1914 in seinem Stuttgarter Atelier zurückließ, gehört mit zu den aufbauenden Kräften der modernen Kunst in Deutschland. Ohne seine Kenntnis bleibt das kunstgeschichtliche Bild jener Frühzeit unvollständig.
DR. GUSTAV VRIESEN, Katalog, Städtisches Kunsthaus Bielefeld, 1956

Hermann Stenner gehörte zu den begabtesten Malern der jüngeren Generation des Expressionismus. Seine Begabung ist phänomenal insofern, als wir es mit einem Dreiundzwanzigjährigen zu tun haben, dessen Werk in rascher Entwicklung einen Reifegrad erreicht hat, der in keinem Verhältnis zu seinen Jahren steht. Es ist von der inneren und äußeren Fülle, die man bei Frühverstorbenen findet. Erhaltenes und Verschollenes runden sich zu einer Lebensleistung, die Hermann Stenner einen Platz in der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts sichern müsste.
DR. GUSTAV VRIESEN, Zeitschrift Westfalen, 1957

Stenner, mit ursprünglichem Farbensinn begabt, ist sicher der Farbigste unter ihnen (gemeint: den Schülern Hölzels), darin und in der kompositionellen Haltung - besonders um 1912 - Hölzel am stärksten verbunden. Die im Sommer des Jahres 1914 entstandenen Bilder, in denen der 23-jährige zu einer eigenen, persönlichen Form gefunden hat, lassen erkennen, welch verheißungsvoller Aufstieg hier durch den Tod abbricht.
DR.WOLFGANG VENZMER, Hölzel und sein Kreis, 1961

Das Bildnis Itten von Stenner zählt zu den besten, wenn auch unbekanntesten Portraits des deutschen Expressionismus.
DR. KARIN VON MAUR, Stuttgart 1979


 

 
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